Bei den Kleinigkeiten schlechter und fehlendes Matchglück
Auch drei Tore vom Glenn Baumann sind am Ende zu wenig, um die knappe erste Saisonniederlage gegen Balingen-Weilstetten II zu verhindern.
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Bei den Kleinigkeiten schlechter und fehlendes Matchglück

MadDogs unterliegen dem HBW Balingen-Weilstetten II mit 34:36

Im fünften Saisonspiel hat es die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen/Filder erstmals erwischt. Im Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten II musste sich die Truppe von MadDogs-Coach Daniel Brack im heimischen Egelsee-Zwinger knapp mit 34:36 (17:19) geschlagen geben. Vor allem in der Schlussphase verpassten es die MadDogs, die Partie auf ihre Seite zu ziehen. Weiter geht’s am Samstag, 3. Oktober, 20 Uhr, mit dem nächsten Lokalduell beim TSB Heilbronn-Horkheim.

„Vielen Dank für die Unterstützung und das gilt für alle, denn es war eine coole Atmosphäre, mit einem Spiel, das vieles geboten hat. Es gab viele Führungswechsel, die erste Phase, in der es bei uns so ein bisschen knifflig wurde, war vor der Halbzeit, wo wir die Chance haben, auf plus vier wegzugehen und dann nur mit plus zwei in die Halbzeit gehen. Aber dass Neuhausen mit der Qualität vor allem im Zweikampfverhalten irgendwann aufkommt, das ist so. Wir haben aktuell nur drei Spieler für den Innenblock, dass da irgendwann die Kräfte so ein bisschen nachlassen, wenn halt zum 15. Mal Lukas Fischer angerannt kommt, ein Tobias Haag angerannt kommt, ein Laurin Huss angerannt kommt, man ganz viele Zweikämpfe zu führen hat. Nichtsdestotrotz bin ich unglaublich stolz auf diese Crunchtime, außer die ersten zehn Minuten in Horkheim haben wir in dieser Saison bislang sehr gute Leistungen gezeigt und dafür viel zu wenig Punkte, weil wir in der Crunchtime eben manchmal nicht clever genug waren. Sich heute ein Spiel, das eher auf der Seite von Neuhausen liegt, wieder zu holen, mit Paraden von den Torhütern, mit wichtigen Toren, die wir vorne machen, das zeigt eine unglaubliche Mentalität meiner Truppe und da freue ich mich unglaublich, dass wir das gezogen haben“, äußert sich ein zufriedener HBW-Trainer Micha Thiemann nach der Partie.

„Handball ist nicht nur ein Phasen- sondern auch ein Kleinigkeitsspiel. Wir hatten heute mehrfach die Chance, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen, über Konter, über Siebenmeter, aber wir hatten heute auch das Matchglück nicht auf unserer Seite. Mir fallen da vier, fünf Szenen bei Abprallern ein, symptomatisch als Lukas Fischer in den Kreis hechtet und spielt den Ball hoch rein und die Konsequenz ist, dass der Linksaußen glockenfrei ist, weil sich alle von uns nach vorne orientieren und der Ball um zehn Zentimeter beim HBW landet. Bei den Kleinigkeiten waren wir heute schlechter und hatten das Matchglück nicht auf unserer Seite. Ich bin heute schon ein Stück weit enttäuscht, denn ich hätte mich heute über einen Sieg gefreut. Ich finde, dass wir viel verbessern können, in bestimmten Momenten was den Punch angeht, um so ein Spiel auf unsere Seite zu ziehen, denn heute hat der HBW den Sieg eingefahren, ich glaube, mit ein bisschen Glück hätten wir das auch geschafft. Wir müssen das jetzt abhaken und mitnehmen, denn wir haben jetzt die Bigboys der Liga vor der Brust, denn wir fangen jetzt an in Horkheim über die Wölfe Würzburg, Kornwestheim bis zu Oppenweiler/Backnang, sodass es jetzt die schweren Spiele gibt“, erkennt MadDogs-Coach Daniel Brack den Sieg der Gäste an.

Die Filder-Handballer kamen hervorragend in die Partie und gingen schnell mit 3:0 in Führung (5.). Danach kamen auch die Gäste auf die Anzeigetafel und drehten den Spielstand mit einem 4:0-Lauf (9.). Anschließend gelang es den MadDogs zweimal auszugleichen, doch beim 5:7 war der HBW erstmals mit zwei Toren vorne (13.). In der Folge kamen die Hausherren in doppelte Unterzahl und trotz eines gehaltenen Siebenmeters von Niklas Prauß hieß es 7:10 (18.) zum ersten Mal minus drei. Nun stand die Abwehr kurzzeitig wieder besser und vorne wurde konsequent abgeschlossen, sodass beim 10:10 (20.) der Gleichstand wieder herstellt war. Doch die Jung-Gallier schlugen umgehend zurück und waren beim 11:14 (23.) wieder mit drei Treffern vorne. Kurz vor dem Seitenwechsel hätten die Gäste sogar auf vier Tore davonziehen können, was ihnen jedoch nicht gelang, stattdessen verkürzte die Brack-Sieben noch zum 17:19-Halbzeitstand.

Aus der Kabine kamen die MadDogs deutlich verbessert, agierten nun in der Abwehr wieder deutlich aggressiver und spielten vorne zumeist mit dem TVB-System mit vier Rückraumspielern. Schnell war der 19:19-Ausgleich geschafft (33.), allerdings spielte eine erneute doppelte Unterzahl den Gästen in die Karten, die sich wieder mit einem Doppelschlag absetzen konnten. In Gleichzahl wurde der Spielstand aber wieder ausgeglichen (21:21, 38.) und beim 25:24 (42.) gelang sogar die erste Führung seit dem 3:0. Die Filder-Sieben nahm nun das Heft des Handelns mehr und mehr in die Hand, der zur Pause eingewechselte Jorick Pol gab der Abwehr zusätzliche Stabilität und beim 28:26 (47.) konnte Laurin Huss den Vorsprung weiter ausbauen. Die Gäste gaben sich jedoch keineswegs geschlagen, glichen zuerst zum 29:29 aus und waren beim 29:30 wieder vorne (53.). Mit einem Doppelpack ging die Führung wieder an die MadDogs (54.). Rund vier Minuten vor Schluss dann die spielentscheidende Szene: Der starke Tobias Haag fing beim 32:31 einen Ball ab, lief den Gegenstoß und traf nur die Latte. Im Gegenzug glich Balingen-Weilstetten aus und hatte fortan das Momentum auf seiner Seite. Dem 32:33 (57.) folgte ein vergebener Strafwurf des ansonsten sicheren Julien Sprößig und ein per Kempa-Trick abgeschlossener Angriff. Die MadDogs versuchten in der verbleibenden Spielzeit zwar nochmals alles, aber es sollte nicht mehr reichen und so stand am Ende mit dem 34:36 die erste Saisonniederlage.

TSV Neuhausen/Filder – HBW Balingen-Weilstetten II 34:36

TSV Neuhausen/Filder: Prauß, Pol; Allgaier (1), J. Sprößig (5/3), Huss (2), M. Sprößig (2), La. Schmid (4), Haag (8), Usatiuc, Reinhardt, Baumann (3), Fischer (7/1), Neumaier, Kosak (2).

HBW Balingen-Weilstetten II: Bessel, Bierfreund; Gaugisch (2), van Vliet (7), Römer (1), Bernhard (2), Bänsch (6), Banzhaf (3), Mann (9), Selinka (3), Friedrich (1), Wehrli (1), Nyesö.

Schiedsrichter: Staszak/Walter (Köllertal/Geroldzhofen).

Zuschauer: 500.

Zeitstrafen: La. Schmid, Usatiuc, Baumann, Fischer (2), Brack, Gaugisch, Bänsch (2), Mann.

Siebenmeter: 6/4 Fischer und J. Sprößig scheitern an Bierfreund, 2/0 Bernhard scheitert an Prauß und wirft neben das Tor.

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