MadDogs besiegen die SG Köndringen-Teningen mit 29:28
Die Drittliga-Handballer haben ihr Heimspiel im Egelsee-Zwinger gegen die SG Köndringen-Teningen für sich entschieden. Beim knappen 29:28(18:14)-Erfolg musste die Mannschaft von MadDogs-Coach Daniel Brack zwei rote Karten sowie eine Platzwunde wegstecken, um sich am Ende gegen das Kellerkind durchzusetzen. Weiter geht’s nach der Fasnet beim Tabellenführer SV Salamander Kornwestheim.
„Wir haben das ganze Spiel versucht dranzubleiben, weil wir gesagt haben, wenn wir in der 55. Minute noch auf Minus zwei dran sind, dann haben wir eine Chance. Wir dürfen nicht nach 40 Minuten mit Minus sechs, Minus sieben dastehen, sonst wird es schwierig, wieder aufzuholen. Wir haben immer dran geglaubt, vor allem in der zweiten Hälfte war unsere Abwehr sehr stark und mit Sieben-gegen-sechs haben wir ein paar einfache Tore gemacht, am Ende hatten wir noch die Chance, einen Punkt zu holen, aber das haben wir leider nicht geschafft. Wir haben viele Spiele knapp verloren, zeigen über 50 Minuten, dass wir in die Liga gehören, aber vielen Spielern fehlt die Erfahrung. Wir geben jetzt Vollgas bis zum Ende der Saison und schauen, wohin uns das am Ende bringt. Nach einem Spiel wie heute, fehlen mir ein bisschen die Worte, denn die Mannschaft hat alles gegeben und kämpferisch waren wir da, aber ein Stück Cleverness und ein bisschen Disziplin haben gefehlt oder wir hatten Pech bei einem Abschluss. Vielleicht brauchen wir ein Erfolgserlebnis mit einem oder zwei Punkten auswärts oder einem Heimsieg, damit wir nochmal einen Pusch bekommen, damit wir noch die Chance haben, in der Liga zu bleiben“, schildert SG-Trainer Ivan Mlinarevic seine Sicht zum Spiel.
„Ich glaube, es gibt wenig Spiele, wo eine Mannschaft so viele Rückschläge auf einmal einstecken muss. Es fängt damit an, dass Philipp Keppeler Vater geworden ist am Donnerstag, damit war klar, dass Julien Sprößig startet, der hat mir dann am Samstag gesagt, dass er auf den Arm gefallen ist und nicht spielen kann. Linus Schmid war am Mittwoch nicht geplant, am Freitag sagt er, dass er dabei ist, am Samstag sagt er, dass er Schüttelfrost hat, im Bett liegt und nicht mitspielen kann. Tobias Haag ist mit einer Platzwunde ab Minute 20 raus und dann noch zwei rote Karten zusätzlich. Ich kann Tom Scherbaum nur danke sagen, ich habe noch nie einen Spieler in der Halbzeit verpflichtet und zum Spiel kommen lassen. Wenn man das alles addiert, ist es schon eine sensationelle Leistung, die wir heute gezeigt haben. Ich weiß, bei Ivan Mlinarevic und der SG sieht es nicht besser aus, beide Mannschaften kamen auf der letzten Rille daher, auch bei der SG gab es viel Qualität, die nicht im Kader war, sonst hätte das Spiel auch ganz anders ausgehen können und wir sind der glückliche Sieger“, ist MadDogs-Coach Daniel Brack froh, dass es noch zum Erfolg gereicht hat, aber gleichzeitig auch stolz, dass seine Jungs alle Rückschläge weggesteckt haben.
„In der ersten Hälfte war ich noch zu Hause und habe für eine Prüfung gelernt. Kurz vor der Halbzeit kam der Anruf, dass ich schnell in die Halle hochfahren soll, dem bin ich natürlich nachgekommen und nun stand ich hier und habe das Team in der zweiten Hälfte unterstützt“, schildert Tom Scherbaum, wie er doch noch auf den Spielberichtsbogen kam.
Die Filder-Handballer starteten gut in die Partie und gingen nach einem ersten Ballgewinn mit 1:0 in Front (1.). Anschließend wechselte die Führung hin und her, wobei die MadDogs bereits in den ersten sieben Minuten drei freie Würfe vergaben, sonst hätte man bereits deutlicher in Führung liegen können. Nach dem 6:5 (10.) legten die Hausherren vor, die Gäste zogen bis zum 9:9 (15.) stets nach und im Anschluss an einen Doppelschlag des TSV nahm Mlinarevic seine erste Auszeit (17.). Als nächstes mussten die Gastgeber die erste Disqualifikation hinnehmen (18.), der anschließende Siebenmeter wurde von Sören Hamann entschärft und gerade einmal 90 Sekunden später wurden auch die Gäste mit einer Disqualifikation bestraft. Tobias Haag konnte in Folge einer Platzwunde nicht mehr weiterspielen, wodurch ein weiterer MadDogs-Spieler nicht mehr zur Verfügung stand. Danach wurde wieder Handball gespielt, die SG glich mit einem Doppelpack aus und bis zum 14:14 (26.) konnte sich kein Team absetzen. In den verbleibenden Minuten bis zur Pause hatten die Brack-Mannen vorne und hinten ihre beste Phase und gingen so mit einer 18:14-Führung in die Kabinen.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten beide Teams zunächst Probleme, wieder rein zu finden, Lukas Fischer beendete dann die torlose Zeit nach zweieinhalb Zeigerumdrehungen, in dieser Phase hätte jedoch schon eine Vorentscheidung fallen können. Beim 21:18 (38.) hatten die Gäste wieder auf drei Tore verkürzt, doch beim 24:19 war der Vorsprung wieder auf fünf Treffer angewachsen (42.). Erneut reagierte Mlinarevic mit einem Timeout, aber der Rückstand seiner Truppe blieb zunächst bestehen, auch weil der TSV weiterhin nicht konsequent die sich bietenden Möglichkeiten nutzte. Beim 26:21 (49.) nahm Brack ebenfalls eine Auszeit, trotz allem verkürzten die Südbadener mit einem 3:0-Lauf, da die MadDogs keine Lösungen gegen deren 5:1-Abwehr fanden, ehe Glenn Baumann und Jorik Pol mit zwei Treffern, den alten Fünf-Tore-Abstand wieder herstellten. Nun folgte allerdings die zweite Disqualifikation für den TSV und die SG nutzte dies zu einem Doppelschlag. Brack versuchte mit seiner letzten Auszeit (58.) nochmals die entscheidenden Impulse zu geben und wenige Sekunden später fiel das scheinbar beruhigende Tor zum 29:26. Doch zwei Ballverluste, zwei Gegentreffer und ein vergebener freier Wurf sorgten nochmals für Spannung und das letzte Timeout der Gäste. So waren noch 24 Sekunden auf der Uhr und Köndringen-Teningen hatte tatsächlich noch die Gelegenheit zum Ausgleich, aber Jorik Pol entschärfte den letzten Wurf von Bastian Oesterle, nachdem er schon in den 60 Minuten davor zahlreiche Bälle gehalten hatte, und sicherte damit den knappen 29:28-Erfolg.
TSV Neuhausen/Filder – SG Köndringen-Teningen 29:28
TSV Neuhausen/Filder: Prauß, Hamann, Pol (1); T. Scherbaum, Huss (2), Heydecke (4), M. Sprößig (2), Haag (1), Reinhardt (2), Baumann (2), Sommer, Fischer (7/3), Sahin (2), Keppeler (4), Kosak (2).
SG Köndringen-Teningen: Lutz, Gaudin (1); Hufschmidt (2), S. Endres (7), Ecker (2/2), Spinner (1), Meyer (3), Momber, Ehret (1), Feißt (4/2), Oesterle (1), Mantwill (3), M. Endres (3), Petric, Bello (1).
Schiedsrichter: Baltz/Michels (Weinheim/Dossenheim).
Zuschauer: 350.
Zeitstrafen: Reinhardt, Fischer, Sahin, Hufschmidt, Spinner, Meyer (2), Momber, M. Endres.
Besonderes Vorkommnis: Rote Karten für M. Sprößig (17.), Heydecke (56., beide TSV) und Petric (19., SG) jeweils wegen groben Foulspiels.
Siebenmeter: 3/3, 7/4 Ecker scheitert an Hamann, Feißt scheitert zweimal an Hamann.


